Wie Betrüger im Internet vorgehen

Cyberkriminalität, Phishing, Internetbetrug

 


Auf Nummer sicher – mit Wissen gegen Cyberkriminalität: Auch im Internet erfinden Betrüger glaubhafte Geschichten und nützen die Gutgläubigkeit ihrer Opfer aus. Misstrauen ist hier angebracht.

So wie sich in den vergangenen Jahren unser gesellschaftliches Verhalten massiv verändert hat, so haben sich auch Betrüger die moderne Technik und moderne Kommunikationsmittel zunutze gemacht. Die Varianten an strafbaren Handlungen sind vielfältig – man denke nur an betrügerische Gewinnversprechen, nicht vorhandene Waren beim Online-Shopping, vorgetäuschte Kredit- und Veranlagungsmöglichkeiten, Phising-E-Mails … All diesen Straftaten ist jedoch eines gemeinsam: Die Täter spielen mit unserer Menschlichkeit, unseren Bedürfnissen, Sehnsüchten und Neigungen.Leichtgläubigkeit, mangelnde Vorsicht und Unkenntnis über die technischen Möglichkeiten macht uns alle zu potentiellen Opfern.
 

Was ist Phishing?

Phishing bezeichnet den Versuch, über das Internet persönliche Daten anderer Menschen zu erlangen. Via E-Mails oder betrügerische Webseiten wird versucht, persönliche Informationen oder Kreditkartennummern, Kontodaten sowie Zugangsdaten zu E-Mail- und weiteren Accounts (Amazon, Ebay, Facebook, Twitter usw.) abzufragen. Phishing gibt es in unterschiedlichsten Varianten. Fingierte Emails etwa sollen beim Nutzer den Eindruck erwecken, sie kämen von einer Bank oder einem Online-Auktionshaus. Die Empfängerin oder der Empfänger wird aufgefordert, einen Link anzuklicken, von dem aus man zu einer meist täuschend echt aussehenden Betrugs-Webseite geleitet wird. Dort wird das Opfer unter einem Vorwand gebeten, die persönlichen Daten – darunter auch Passwörter, PINs und TANs – einzutragen.


Schutz vor Cyberkriminalität

Kein seriöses Unternehmen oder Bankinstitut fordert per E-Mail zur Eingabe von persönlichen Daten wie Passwörtern usw. auf! Internetseiten, auf denen man sensible Nutzerdaten eingeben muss, erkennen Sie an den Buchstaben „https“ in der Adresszeile der Webseite und einem Schlossoder Schlüssel-Symbol im Internet- Browser. Wenn Sie sich nicht sicher sind, geben Sie die Ihnen bekannte und gewohnte Adresse per Hand ein. Richten Sie die Adressen wichtiger Homepages, wie zum Beispiel Bankzugang etc. als Favoriten in Ihrem Browser ein und verwenden Sie nur diese. Stellen Sie damit sicher, dass Sie nur die offiziellen Seiten nutzen. Wichtig ist der Schutz durch sichere Passwörter. Im Schadensfall nehmen Sie, bitte, sofort mit dem betroffenen Dienstleister (Bankinstitut, PayPal, Ebay, Amazon usw.) Kontakt auf, informieren diesen von dem Vorfall und veranlassen nötigenfalls die sofortige Sperre. Danach erstatten Sie umgehend Anzeige bei der Polizei.

WICHTIG!!!
• Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Transaktionen!
• Verwenden Sie hierfür nicht das Handy, sondern immer einen großen Bildschirm.
• Googeln Sie immer das Gewünschte mit dem Zusatz „Betrug“, meist sind ähnliche Fälle bereits dokumentiert.Bestell- und Warenbetrug
 

Bestell- und Warenbetrug

Der Waren- und Dienstleistungsbetrug zielt darauf ab, dass ein Opfer vorab eine Geldleistung erbringt, aber in Folge die Warenlieferung
oder Dienstleistung nicht durchge-führt wird. Geschädigt sind sehr oft private Personen, die Waren kaufen wollen. Dies kann online sowohl auf Handelsplattformen, Marktplätzen, als auch bei sogenannten „fake web shops“ passieren. Kaufen Sie nur bei Anbietern ein, die Ihnen bekannt sind, die Sie bereits genutzt und bei denen Sie gute Erfahrungen gemacht haben. Prüfen Sie vor dem Kauf die Bewertung durch andere Käuferinnen und Käufer und führen Sie eine Internet-Recherche über die Verkäuferin oder den Verkäufer durch. Seien Sie generell vorsichtig bei Vorauszahlungen und wägen Sie die Möglichkeit eines Totalverlustes ab.

WICHTIG!!!
• Es gibt auch im Internet nichts geschenkt – Hausverstand aktivieren!
• Stellen Sie immer den telefonischen Kontakt her.
• Googeln Sie die Firmenadresse (Google Maps – Satellitenaufnahme)!

Wenn Sie selbst als Verkäufer aktiv sind, denken Sie daran, dass es den Erfahrungen des täglichen Lebens mit hoher Wahrscheinlichkeit widerspricht, dass sich ein „Käufer“ aus dem ferneren Ausland für ein zu kaufendes „Haushaltsgerät in Österreich" interessiert – zu 99,9 % erhält man kein Geld. Schicken Sie deshalb Ihren Artikel nur dann ab, wenn der Verkaufspreis zu 100 % auf Ihrem Konto eingelangt ist. Akzeptieren Sie keine Schecks, diese sind in der Regel gefälscht bzw. ist das Konto nicht gedeckt. Geben Sie nicht dem Drang nach, ihre Ware „endlich verkauft zu haben“.


Weitere Informationen erhalten Sie auf der Homepage der Kriminalprävention des Bundeskriminalamtes unter www.bundeskriminalamt.at, auf der Facebook-Seite www.facebook.com/bundeskriminalamt, unter der Telefonnummer 059 133-0 und natürlich auch auf jeder Polizeiinspektion.

 

Autoren/Quellen:
Gerald Sakoparnig, Leiter Betrug des Landeskriminalamtes OÖ/red schu

Foto (re.): (c) AdobeStock/auremar

 


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