Entfernen von Wurzelstöcken

Wurzelstöcke, entfernen, Baumstumpf

 


Manchmal muss ein Baum gefällt werden, zurück bleibt der Baumstumpf. Johann Hamedinger, Obmann des Siedlervereins Ohlsdorf, berichtet über seine Erfahrungen mit Wurzelstockfräsen.

Es kann unterschiedlichste Gründe haben, warum ein Baum im Garten gefällt werden muss; zurück bleibt in jedem Fall der Baumstumpf. Speziell in Hausgärten möchte man aber an dieser Stelle meist wieder eine Pflanze setzen oder zumindest Rasen anbauen. Der störende Baumstumpf sollte daher ohne großen Arbeitsaufwand entfernt werden.

Dafür gibt es vier Möglichkeiten: Die Verrottung dauert relativ lange. Das Ausgraben des Wurzelstocks ist mühsam, und das Loch muss wieder befüllt werden. Das Kaschieren durch Aufschüttung ist wegen der Erhebung des Geländes kaum praktikabel. Das Ausfräsen des Wurzelstockes bleibt daher meist die beste Lösung.

Kleines, wendiges Gerät bevorzugen
Das Ausfräsen ist sicherlich nicht die günstigste, aber die schnellste und effektivste Methode. Einige Punkte sind allerdings zu beachten und einzuplanen. Der Baumstumpf muss mit einer Maschine erreichbar sein. Größere Maschinen sind hinsichtlich ihrer Leistung schneller, aber breiter, und verursachen daher größere Schäden an Rasen und Beeten. Außerdem können diese Geräte meistens nur von Fachleuten bedient werden.

Kleine, wendige Wurzelstockfräsen, die auch durch Türen mit einer Breite von ca. 70 cm passen, können von Hobbygärtnerinnen und -gärtnern unter Beachtung der Arbeitssicherheit (Schutzbrillen, Gehörschutz, Abstandsregeln, …) leicht selbst bedient werden. Das Arbeiten mit einer kleinen Baumstumpffräse ist relativ einfach.

So wird gefräst
Um den Baumstumpf zu entfernen, wird die Fräse langsam an den Stumpf herangeführt. Ist der Fräskopf in Reichweite des Baumstumpfes, wird ein Rad mit der Feststellbremse fixiert und man beginnt mit dem seitlichen Schwenken der Maschine. Dabei wird kein Druck auf die Maschine ausgeübt, sondern lediglich das Eigengewicht entfernt Stück um Stück des Baumstumpfs. Ist der obere Teil abgefräst, wird mit der Maschine nachgesetzt und erneut mit der Fräsarbeit begonnen.

Kleinere Steine sind kein Problem, Erde wirkt allerdings wie Schmirgelpapier für den Fräskopf und schädigt die Zähne erheblich. Daher sollte es möglichst vermieden werden, in die Erde hineinzufräsen. Eine Frästiefe von ca. 15 bis 20 cm ist völlig ausreichend und sinnvoll, ein tieferes Ausfräsen ist nicht notwendig. Wurzeln können, wenn notwendig, auf die gleiche Weise vernichtet werden.

Das Ergebnis
Ist der Baumstumpf entfernt, bleiben lediglich ein lockeres ErdeHolzfaser-Gemisch und ein kleines Erdloch übrig. Der entstandene Flurschaden ist damit sehr gering. Wenn Rasen angebaut werden soll, muss nur mehr die Vertiefung mit etwas Erde und Sand aufgefüllt und neuer Grassamen gestreut werden. Ein neuer Baum sollte nach Möglichkeit nicht direkt in der ausgefrästen Stelle eingepflanzt werden. Die Wurzeln brauchen genügend Abstand zum alten Wurzelwerk und sollten sich ungehindert ausbreiten können.

Johann Hamedinger, Gartenfachberater
Fotos: © Hamedinger
 


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