Gartenarbeiten im Jänner

Ernten im Winter

 


Was macht der Gärtner im Jänner?

1. Besorgt aufs Wetter schauen. Kein Schnee und Frost - das ist schlecht, da erfriert alles. Zu warm - das lockt die Pflanzen und dann erfrieren sie, usw.

2. Bestellen, bestellen, bestellen. Die Kataloge sind ja auch zu verlockend und jetzt hat man endlich Zeit, die lang gesuchten Raritäten auch zu finden.

3. Weinreben und schwachwüchsige Bäume schneiden und die Zweige für die Hasen bereitlegen.

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Gemüsegarten

ERNTEN IM JÄNNER

Wenn der Boden nicht gefroren ist, können wir laufend ernten. Frischer Feldsalat mit Kartoffeln bereichert den Mittagstisch mit Salat. Kohl ist ein sehr gesundes Gemüse und Sprossenkohl ist etwas Besonderes. Auch Porree ist noch zu ernten und so vielseitig verwendbar. Asiasalate wie Mizuna oder Red Giant können gepflückt werden. Spinat erweitert den Speiseplan auch im Winter.

Würzige Salatblätter, die auch im Winter wachsen, bringen frisches Grün auf den Tisch
Minus fünf bis zehn Grad halten die zarten Senfkohlarten ganz gut aus. Wenn es wieder warm wird, wachsen sie gleich weiter. Ob im Gewächshaus, im Frühbeet, im Balkonkisterl oder auf dem Beet, die kleinen Asiaten sorgen für frisches Blattgrün aus dem Garten mitten im Winter.
 

HIER RÜBEN, DA BLATTSENF

Wie unsere Kohlarten stammen auch die asiatischen von der wilden Rübse/Rübsamen) ab. Während bei uns daraus Speiserüben (Wasser-, Mai-, Herbstrüben, Teltower Rübchen, Stielmus) gezüchtet wurden, entwickelten sie die Chinesen zu feinen Blattstielgemüsen wie Chinakohl, Pak Choi und Senfspinat. Die meisten Arten und Sorten können wirklich einfach kultiviert werden und wachsen auch in der kalten Jahreszeit. Sie werden im September/ Oktober angebaut und sind als Winterbegrünung ideal. Auch wenn die Blätter Ende Dezember etwas darniederliegen, bei passendem Wetter kann bald wieder geerntet werden.
 

JUNGER SALAT - BABY LEAVES

Viel Vitamin C, Eisen und bioaktive Substanzen enthalten die Asiasalate, die als junge Blätter in Salaten verwendet werden oder ausgewachsen als Kochgemüse.

Red Giant ist eine gut wachsende Senfkohlart. Senfölglykoside verleihen ihm eine würzige, etwas scharfe Note.

Die gefransten Mizunablätter sind pfeffrig aromatisch.

Green in Snow ist wie der Name schon sagt, eine sehr robuste Senfkohlart, die sehr schnell wächst. Das angenehm scharfe Aroma ist im Sommer krenartig, im Winter milder.

Der Anbau ist einfach
Je nach Sorte - es gibt auch Mischungen - kann fast das ganze Jahr angebaut werden (von März bis Dezember) und es kann auch mehrfach geerntet werden. Bodenvorbereitung mit Kompost (Kohlarten sind Starkzehrer). Achtung auf Kohl-Schaderreger. Kohlhernie, Kohlfliege, Kohleule, Erdflöhe. Fruchtfolge einhalten! Insektenschutznetz verwenden!

 

DAS WETTER WIRD IMMER EXTREMER - WAS KÖNNENWIR IM GARTEN TUN?

Wie können wir uns an den Klimawandel anpassen?
Unser Garten vermindert die Freisetzung von CO2. In unserem eigenen Garten haben wir es in der Hand, besonders viel gegen die Erderwärmung zu tun, indem wir eigenes Gemüse und Obst möglichst naturnah produzieren. Ersetzen wir, was das Klima schädigt.

Brennnesseljauche statt Hornspänen aus Südamerika, Kompost statt Torf aus Weißrussland, Beeteinfassungen und Wege aus vorhandenem Material statt aus Granit aus China.

Wiederverwerten sollte ein Grundprinzip im Garten sein.

Richtige Sortenwahl
Im Garten können wir uns an den Klimawandel anpassen, indem wir robustere Sorten pflanzen. Manchmal sind das die alten Sorten in all ihrer Vielfalt, manchmal auch Neuzüchtungen. Wenn Kopfsalat bei zu großer Hitze auswächst, können wir vermehrt Schnitt- und Pflücksalate pflanzen. Wenn Karfiol keine Köpfe mehr bildet, empfehlen sich Brokkoli und Blattkohlarten.

Richtige Anbaumethode
Durch die richtigen Kulturmethoden können wir die Erosion vermindern und Wasser sparen.

Boden lockern und Mulchen helfen, die Verdunstung zu reduzieren.

Weniger Gießen regt die Pflanzen an, tiefere Wurzeln zu bilden. Wenn gegossen wird, dann seltener, dafür aber durchdringend und nur mit Regenwasser. Manche Pflanzen leiden mehr unter der Hitze als andere. Die richtige Auswahl und Kulturmethode werden für den Gartenerfolg immer wichtiger.

 

WISSENSWERTES RUND UM DAS SAMENKORN  von Alfred Schrempf

Wir haben versprochen, sie in einer der ersten Ausgaben des neuen Jahres, also rechtzeitig vor Beginn der neuen Gartensaison zu informieren über die Verwendung von Saatband, Saatscheibe und pilliertem Saatgut, aber auch betreffend die optimale Keimtemperatur und über eine Methode zur Erprobung der Keimfähigkeit (Keimprobe).
 

Saatband, Saatscheibe
Die Samenkörner sind zwischen 2 Lagen Spezialpapier in einem optimalen Abstand eingelagert. Dadurch wird das Ausbringen von Samen wesentlich erleichtert.

Speziell bei Karotten, Kräutern oder Salaten ist durch die Verwendung von Saatband oder Saatscheiben ein Pikieren oder späteres Vereinzeln der Pflanzen nicht mehr notwendig. Außerdem kann man davon ausgehen, dass für die Herstellung dieser Bänder oder Scheiben nur ausgewählt gutes Saatgut zur Verwendung gelangt.

Pilliertes Saatgut
Bei der Herstellung von pilliertem Saatgut werden die Samenkörner in eine Hülle aus Lehm oder Ton „eingepackt“. Man erreicht damit, dass das Saatgut eine einheitliche Korngröße hat, auch bei Samen, die unterschiedlich groß oder unregelmäßig geformt sind.

Die maschinelle Ausbringung der Kügelchen kann dadurch sehr präzise erfolgen. Dieses Saatgut hat eine sehr hohe Qualität und  wird vorwiegend im Erwerbs-Gemüsebau und von Gärtnereien eingesetzt. Aber auch für Hobbygärtner ist im Handel pilliertes Saatgut erhältlich.
Ein Beispiel: die sonst winzigen Karottensamen sind dadurch wesentlich besser zu handhaben.

Optimale Keimtemperatur
Samen benötigen bestimmte Verhältnisse, um keimen zu können. Von Licht-, Dunkel- oder Frostkeimern haben wir schon gehört. Darüber hinaus brauchen Samen vor allem das richtige Maß an Feuchtigkeit und eine Mindesttemperatur des Bodens. Diese ist von Pflanzenart zu Pflanzenart unterschiedlich.

Tomaten und Paprika keimen bei einer Temperatur von etwa 25 °C, Salate und Kohlrabi schon ab etwa 15 °C. Angaben auf den Saatgutsackerln punkto Zeitpunkt der Aussaat sind mit Vorsicht zu genießen.

Samen beginnen zu faulen, wenn der Boden zwar feucht ist, die Bodentemperatur aber nicht im optimalen Bereich liegt. Generell ist zu sagen: lieber 14 Tage später als 14 Tage zu früh mit dem Aussäen beginnen. Eine überlieferte Weisheit, betreffend den Zeitpunkt des Einlegens von Saatkartoffeln: „Legst mi im April, kimm i, wann ich will, legst mi im Mai, kimm i glei!“

Methode zur Erprobung der Keimfähigkeit (Keimprobe)
Um zu ermitteln, ob das Saatgut noch keimfähig ist, legt man je nach Größe 10 oder mehr Samenkörner auf ein Blatt Küchenrolle und macht es feucht. Dieses schlägt man zusammen und gibt es in ein Plastiksackerl. Bei Zimmertemperatur (20 – 25 °C) sollten sich nach einigen Tagen erste Keimlinge zeigen.

Samen, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht aufgequollen sind, werden in der Regel auch später nicht mehr keimen. Ergeben sich bei älterem Saatgut Keimraten von mehr als 60 %, ist dies für Hobbygärtner noch ausreichend. Da sät man dann halt etwas dichter. Geht weniger als die Hälfte der Samen auf, lohnt sich die Aussaat meist nicht mehr, außer es handelt sich um seltenes oder wertvolles Saatgut, das man nicht verlieren möchte.

Ein Hinweis:
Zur Anzucht der Pflanzerl sollte man eine Kräuter- oder Anzuchterde verwenden. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass bei Verwendung der (billigen) „Balkonblumenerde“ die sensiblen Keimlinge bzw. Jungpflanzerl manchmal von Krankheiten befallen werden und „umfallen“. Da ist dann die ganze Arbeit umsonst gewesen.

Noch ein Tipp:
Von seltenem oder außergewöhnlichem Saatgut sollte man sich immer eine „Reserve“ behalten für den Fall, dass einmal eine Missernte oder gar ein Totalausfall eintritt. Man will ja schließlich diese Sorte nicht verlieren! Also nie den gesamten Samenvorrat dieser Sorte auf einmal anbauen!

 

Obstgarten

SCHUTZ VOR WILDVERBISS

Während des Winters sind die Obstbäume, vor allem Jungbäume und Buschbäume, vor Wildverbiss zu schützen. Zäune sind auf ihre Dichtheit laufend zu kontrollieren. Ist kein Zaun vorhanden, kann man die Stämme mit Drahtgitter, oder Lattenrost schützen. Plastikmanschetten sind wegen der Wärmeentwicklung sehr schlecht.

Früher nahm man auch luftdurchlässige Säckchen, gefüllt mit Menschenhaaren, die man beim Frisör holte, als Schutz gegen Rehe. Doch nach vier bis sechs Wochen war die Wirkung beendet. Bei hoher Schneelage sind die Zäune auszuschaufeln, damit Rehe nicht drüber kommen und auch unten ist genau zu kontrollieren, damit keine Hasen durchschlüpfen können. Jedes Jahr gibt es dadurch Schäden, wobei die Rinde oft so stark abgefressen ist, dass die Bäume auszugraben und durch Neue zu ersetzen sind. Dadurch geht viel Obst verloren, der Ärger ist groß und das müsste wirklich nicht sein.
 

OBSTBAUMWURZELN ARBEITEN AUCH IM WINTER

Mit dem Laubfall beginnt für die Bäume die Winterruhe. Das Wurzelwerk nimmt aber noch Nährstoffe auf und lagert sie in unterund oberirdische Organen ein. Das sind dann die eingelagerten Vorratsstoffe. Das ist nur möglich, wenn der Boden feucht ist und die Temperatur im Wurzelraum nicht unter 2 Grad C absinkt.
 

NUN BEGINNT WIEDER DIE ZEIT DES BAUMSCHNITTES

Jährlicher Baumschnitt sichert regelmäßige Erträge und vermindert das Alternieren der Bäume, die nur alle zwei Jahre Früchte tragen.

Wann sind Kernobstbäume zu schneiden?
Das richtet sich nach der Wüchsigkeit eines Baumes. Ist ein Baum sehr schwachwüchsig, ist dieser Anfang Jänner bei Plusgraden zu schneiden.

Schwachwüchsige Bäume so früh wie möglich schneiden!
Die Bäume lagern sich im Herbst Vorratsstoffe ein und davon sind am 10. Jänner, ungeachtet der Außentemperatur, ca. 10%, am 10. Februar 30%, am 10. März 50% und am 10. April ca. 70% in den Triebspitzen. Würde ein schwachwüchsiger Baum erst im März geschnitten, verliert er zu viele Vorratsstoffe und kann nur mehr kümmern. Daher müssen sehr schwachwüchsige Bäume im Jänner geschnitten werden.

Wird ein starkwüchsiger Baum im Jänner geschnitten, verliert er nur ca. 10% der Vorratsstoffe und wird dementsprechend schießen. Außerdem sagt ein Wuchsgesetz, dass ein Baum, je mehr man schneidet, umso mehr treibt. Der Baumschnitt sollte nach Möglichkeit bei abnehmendem Mond geschehen, denn da ziehen die Kräfte mehr nach unten. Keinesfalls dürfen alle Bäume eines Gartens am gleichen Tag geschnitten werden, da es fast überall starkwüchsige und schwachwüchsige Bäume gibt.
 

Veredelungen vorbereiten
Wer an Umveredelung von in die Jahre gekommenen Bäumen denkt, sollte an frostfreien Tagen die Äste abwerfen, d.h. etwa dort abschneiden, wo veredelt werden soll. Ist der Baum zu hoch, könnte auch der Wipfel entfernt werden. Wer noch keine Edelreiser hat, sollte diese bei abnehmendem Mond bis Mitte Jänner von Bäumen der gewünschten Sorte schneiden. Der Aststummel kann noch etwas eintrocknen. Daher werden vor dem Veredeln noch 10 cm abgeschnitten.
 

Baumschnittkurse der Gartenakademie
Unsere Referenten zeigen, wie man richtig schneidet. Vielleicht ist ein Kurs in ihrer Nähe. Fragen Sie Ihre Obfrau oder Ihren Obmann.

 

DAS RICHTIGE WERKZEUG FÜR DEN BAUMSCHNITT

Nachdem alle Jahre Unfälle durch schlechte Leitern passieren, ist vorher die Leiter zu überprüfen. Ist diese in Ordnung, ist zu achten, dass sie nicht abrutschen kann.

Mit entsprechenden Verlängerungen kann sehr viel vom Boden aus geschnitten werden, ohne dass man auf die Leiter steigen muss. Damit lassen sich ganz schön dicke Äste gut schneiden.

Ein scharfer Schnitt
Guter Schnitt ist Voraussetzung, dass Zweige nicht gequetscht werden. Baum- und Astscheren sind zu schärfen. Klassische Scheren sind in vielen Fällen den Ambossscheren vorzuziehen, da diese den Zweig mehr quetschen. Um Aststummeln zu vermeiden, gibt es Scheren, die ganz eng am Ast schneiden.  

Gute Schere - sauberer Schnitt.  

Weniger Kraftaufwand
Verschiedene Mechanismen vermindern den Kraftaufwand bei Baum- und Astscheren, was sich bei längerer Schnittdauer positiv auswirkt.

Säge ist nicht Säge
Bei Ästen, die mit der Säge geschnitten werden, ist mit einer Hippe das Kambium nachzuschneiden. Das erübrigt sich bei feinzahnigen Sägen. Sägen mit verstellbarem Sägeblatt sind besonders für Astgabeln geeignet. Elektrisch geht‘s natürlich leichter. Doch meist wird weniger genau gearbeitet und die Schnittränder sind oft ausgefranst. Wundränder sind mit einer Hippe glattzuschneiden.  

Die richtige Methode
Nicht nur den Baumschnitt, auch wie man mit dem Werkzeug richtig umgeht, erfährt man bei den Baumschnittkursen. Damit lassen sich unnötige Verletzungen des Baumes und der eigenen Finger vermeiden. Größere Äste werden zweimal abgeschnitten. Zuerst in angemessener Entfernung, damit die Rinde nicht bis zum Stamm hinunter reißt. Dann wird der verbleibende Stummel sauber abgeschnitten.  

Wundversorgung (am Baum)
Früher wurden die Schnittwunden Zugestrichen.
Heute ist es anerkannte Methode, die Schnittwunden (bis auf wenige Ausnahmen) nicht mehr zu verstreichen. Die Nachteile sind meist größer. Normalerweise schottet der Baum eine Wunde ab, um das Eindringen von Pilzen zu verhindern. Unter dem Wundverschlussmittel entsteht durch Wärme und Feuchtigkeit oft ein ungünstiges Milieu, das erst wieder Pilzinfektionen fördern kann. Daher streichen Fachleute die Schnittwunden nicht mehr zu.

 

Ziergarten

PFLANZE DES MONATS

Christrose (Helleborus niger)
Der Winterblüher mit den weißen, gelben, grünen, rosa- oder purpurfarbenen Blüten ist ein Hahnenfußgewächs, das überall in den Kalkalpen blüht. Die Gärtner bieten derzeit viele Variationen der Nieswurz an, die von Oktober bis März blühen. Die ‚Blütenblätter’ sind eigentlich Kelchblätter, die später grün werden. Die Wurzeln sind sehr giftig und wurden früher zum ‚wurzeln’ verwendet. Kranken Schweinen stach man ein Loch ins Ohr und steckte so eine Wurzel durch. Nach einigen Tagen fiel dieses ‚Piercing’ heraus und das Schwein mit dem Loch im Ohr war hoffentlich gesund.

Christrosen sind gute Schnittblumen, am längsten halten sie schwimmend mit kurzem Stiel in einer Vase. An Töpfen erfreut man sich lange, wenn sie eher kühl gestellt werden. Man sollte sie nach dem Verblühen an einen halbschattigen Ort vor Sträucher oder Bäume pflanzen, die im Winter ihr Laub abwerfen. Dort blühen sie jahrzehntelang, wenn der Boden kalkhaltig ist. Kalk kann man mit Steinmehl oder Kies zuführen. Umpflanzen vertragen die Christrosen schlecht, daher sollte man sie nie in den Bergen ausgraben. Die Gärtnerzüchtungen hingegen eigenen sich hervorragend zum Auspflanzen.

Als Nachbarn empfehlen sich Schneeglöckchen, Primeln, Leberblümchen und Lungenkraut. Farne und der giftige Seidelbast passen auch sehr gut zu den Winterblühern, die von den Schnecken nicht angerührt werden.


IMMERGRÜNE BRAUCHEN WASSER

Auch wenn immer von Winterruhe gesprochen wird, sind unsere Gartenpflanzen in den Wintermonaten recht aktiv. Viele Pflanzen verbrauchen auch jetzt Wasser und immergrüne Pflanzen verdunsten es auch über ihre Blätter oder Nadeln.

Kirschlorbeer wird in ungünstigen Lagen besonders häufig das Opfer von Frost, Sonne und Wind. Dann fällt auch die duftende Blüte im Mai aus.

Sonnenschutz bei Frost
Ungünstig erweist sich Kahlfrost, also Frost ohne Schnee. Wenn Rhododendrenbüsche ihre Blätter in Längsrichtung einrollen und nach unten senken, weiß man auch ohne Thermometer, jetzt wird es kritisch. Also kümmert man sich, dass wintergrüne Stauden und auch die aus wärmeren Gegenden stammenden Halbsträucher, Schutz vor Sonne durch übergelegte Fichtenzweige oder anderer Vorrichtung haben.

Schnee schützt
Trockener Schnee schützt Pflanzen hervorragend und wirkt wie eine Decke. Es schützt nichts besser als eine Schneedecke und garantiert ausreichende Feuchtigkeit.

Nassen Schnee abräumen
Nasser Schnee lässt Äste brechen und Sträucher auseinander fallen. Daher ist es wichtig, nassen Schnee rechtzeitig abzuschütteln.

Austrocknung durch Wind
Im Jänner bläst der Wind oft stark und trocknet die Blätter von den Immergrünen aus, schadet jedoch auch anderen Pflanzen. Schuld ist, wenn diese unter Wassermangel leiden, besonders, wenn vorher Trockenperioden waren. Daher sollte man, wenn der Boden nicht gefroren ist, durchdringend gießen. Besonders gefährdet sind frisch gepflanzte Sträucher und Bäume, jedoch auch Gehölze in Pflanzentrögen.
 

FROSTKEIMER JETZT SÄEN

Aussaat in Kistchen, 3 bis 4 Wochen bei 15 Grad im Haus. Die Aussaatgefäße an einem frostfreien Tag im Jänner im Freien aufstellen. Kaltkeimer brauchen 4 - 8 Wochen Kältereiz (unter 5 Grad), um zu keimen.

Kalt- oder Frostkeimer sind:

Adonisröschen Lampionblume
Akelei Lilien
Alpendistel Lungenkraut
Anemonenarten Mohn
Arnika Nieswurz
Asternarten (A. alpinus, novi-angliae, -belgiae) Pfingstrose
Astilbe Phlox (grossblumig)
Bergenie alpine Primeln (P. veris, elatior)
Bitterwurz viele Rosengewächse
Blaudistel Roter Sonnenhut
Buschwindröschen Silberdistel
Christophskraut Silberkerze
Christrose Scheinmohn (blau)
Diptam Schleifenblume
Edeldistel Schlüsselblumen
Eisenhut Steinbrech
Enzian Steppenkerze
Frauenmantel Tränendes Herz
Glockenblume Trollblume
Herbstzeitlose Veilchen
Himmelschlüssel Wolfsmilch
Iris Zierlauch
Kuhschelle  

 

Zimmerpflanzen

DAS USAMBARAVEILCHEN

Saintpaulia ionantha Hybriden
Herkunkft Tansania, Gesneriengewächs, 9 Unterarten, immergrüne krautige ausdauernde Pflanze, nicht winterhart.

Das Usambaraveilchen ist auf Grund seiner Ansprüche die ideale Topfpflanze, die uns während des ganzen Winters mit ihren Blüten jahrelang erfreut. Obwohl heute noch immer die blaublühenden Sorten überwiegen, gibt es bereits eine Anzahl anderer Sorten mit violett, rötlich, rosa, weiß oder zweifärbig, einfach oder gefüllt blühend.

Was macht das Usambaraveilchen so wertvoll?
Es ist pflegeleicht und gedeiht am besten bei einem nach Norden gerichteten Fenster, doch jeder helle Standort im Zimmer genügt, wenn es keine direkte Sonnenbestrahlung gibt. Während den meisten Zimmerpflanzen die wohlige Wärme unserer zentralgeheizten Räume schadet, braucht das Usambaraveilchen 18 bis 22 Grad Raumtemperatur. Regelmässige Feuchtigkeit ist wichtig und dazu gibt man in den Übertopf leicht lauwarmes Wasser und gießt das überschüssige Wasser nach einer halben Stunde wieder weg. Dadurch werden weder Blätter noch das Herz benetzt.
 

SAUGENDE SCHÄDLINGE AN ZIMMERPFLANZEN

Blattläuse finden wir meist an den jungen Trieben und Blättern, die durch ihre Saugtätigkeit verkrüppelt werden. Mit einem kräftigen Strahl in der Dusche kann man sie wegspülen. Auch mit Seifenlauge sind sie gut zu bekämpfen. Im Handel gibt es eine reiche Auswahl an Pflanzenschutzmitteln gegen die Läuse. Schildläuse und die wachsartig beschichteten Wollläuse sind hartnäckige und schwer zu bekämpfende Plagegeister. Auch die vielen Jungtiere schwärmen aus und saugen an Stängeln, Blättern und Blüten. Bei geringem Befall kann man sie mit einem Lappen abwischen. Bei stärkerem Befall wird durch Spritzen mit Ölpräparaten bekämpft. Dadurch ist außerdem ihre Vermehrungsfreudigkeit außer Gefecht.

Weiße Fliegen oder Mottenschildläuse sind winzige weiße falterähnliche Tiere, die an der Blattunterseite in Massen auftreten und die Zellen aussaugen. Im Zimmer kann man sie mit einem umweltfreundlichen Mittel besprühen und für mehrere Wochen mit einer Plastikhaube verschließen. Der Wasserdampf macht ihnen das Leben unmöglich. Neempräparate, Produkte aus dem tropischen Baum mit gleichem Namen, lähmen die Aktivität saugender Schädlinge wie Weißer Fliege, Spinnmilben und Läuse.

Für die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln im Haushaltsbereich muss man nicht sachkundig sein und braucht daher auch keinen Sachkundenachweis.
 

DER WEIHNACHTSKAKTUS

Die Schlumbergera hat ihre Heimat in den Brasilianischen Regenwäldern. Sie ist eine recht pflegeleichte, reichblühende Topfpflanze, die sich gut für helle Räume ohne direkte Sonne eignet. Sie mag keine warmen Füße direkt über der Heizung. Die Blütezeit liegt um die Weihnachtszeit bis etwa Februar. Da der Weihnachtsstern zu den Kurztagspflanzen gehört, braucht er zur Blütenbildung mehr als 8 Stunden Dunkelheit und eine Ruhephase ab September. 6 Wochen lang bleibt der Kaktus fast trocken und etwas kühler (17 - 20 Grad).

Sobald sich die Knospen zeigen wird bei normaler Zimmertemperatur wieder mehr gegossen. Gedüngt wird frühestens ein Jahr nach dem Kauf. Nach der Blüte gießt man den Weihnachtskaktus etwa vier Wochen nicht. Dann wieder einmal in der Woche mit kalkfreiem Wasser gießen, jedoch Staunässe vermeiden. Im Sommer ist ein Aufenthalt im Halbschatten im Freien günstig. Krankheiten und Schädlinge treten selten auf. Vermehrung durch Stecklinge. Vertrocknete und vergreiste Triebe im Sommer herausschneiden. Zu Knospenfall kommt es meist bei Standortänderung.

 

 


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